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23.11.2025 - Reisebericht Mexiko - Tag 4 - Wanderung auf den aktiven Vulkan Acatenango in Guatemala mit Wicho and Charlie's

Reiseblog - Fotoblog - Mittelamerika - Guatemala - Antigua de Guatemala - Camp auf dem Vulkan

 
 
 
 

Heute war der Tag der großen, anstrengenden Wanderung, auf der es 1.250 Höhenmeter zu überwinden gab – eigentlich schon der Höhepunkt des Urlaubs. Um 6:15 Uhr liefen wir etwa 10 Min. zum Touranbieter Wicho and Charlie's, wo um 6:30 Uhr Treffpunkt ist. Endlich sahen wir Antigua Guatemala im Hellen – die umgebenden Vulkane waren noch etwas im Nebel, wobei die Bergspitzen zu sehen waren. Zuerst standen wir mit ca. 15 anderen Wanderern bei Wicho and Charlie's noch vor verschlossener Tür, bis schließlich um 6:40 Uhr mit etwas Verspätung jene geöffnet wurde. Daraufhin liefen wir in einen nach oben offenem, schön angelegtem Innenhof mit zahlreichen Sitzgelegenheiten.

 
 
 
 

Dort wurde uns zuerst ein Video über den Ablauf der Wanderung gezeigt und ein paar einführende Worte (in englischer Sprache) erzählt. Dann ging es um das Thema Ausrüstung, wo sich jeder kostenlos zusätzliche dicke Jacken, Pullover, Mützen und Handschuhe ausleihen konnte. Zum Glück entschied ich mich für einen zusätzlichen Fleece-Pullover (zu meinem normalen T-Shirt, Hemd, Pullover und Winterjacke) und lieh mir für knapp 10 EUR noch ein paar Wanderstöcke aus. Ach ja, eine Verzichtserklärung mussten wir auch alle noch unterschreiben. Dem folgte das gemeinsame Frühstück, woraufhin wir um 8 Uhr mit einem Kleinbus endlich losfuhren. Und zwar etwa 1 Std. aus Antigua Guatemala heraus, unterwegs mit Ausblick auf verschiedenen Vulkanen bis zum kleinen Ort La Soledad.

 
 
 

 
 

Dort hatten wir weitere 30 Min. Zeit, uns auf den Aufstieg vorzubereiten, bis es endlich mit 35 Teilnehmern auf 2.400 Meter Höhe losging. Wie zu erwarten bergauf und das ordentlich – dafür war aber kaum eine Wolke am Himmel, optimale Bedingungen. Die ersten 45 Min. an einem Feld entlang, wo uns noch einheimische aus dem Dorf mit Baumaterial begegneten. Dann weiter in einen tropischen Wald hinein, wo die (endlosen) Serpentinen begannen. Es wurde darauf Wert gelegt, alle 30 bis 45 Min. einen kurzen Stopp einzulegen und dadurch die Gruppe zusammen zu halten. Die Serpentinen nahmen einfach kein Ende und die Höhe machte mir zunehmend zu schaffen.

 
 
 
 

Mittlerweile wurde aus dem tropischen Wald ein Nadelwald und natürlich wurde es auch immer kälter. Man mag es kaum glauben, auch nach 3 Std. Wanderung gab es immer noch kleine Verkaufsstände am Wegesrand, wo man sich neben Snack und Getränken sogar mit Bier eindecken konnte. Unglaublich, dass die Locals das alles hinauftragen. Nach den besagten 3 Std. erreichten wir eine Lichtung, an der ein starker Wind wehte und es zum ersten mal richtig kalt wurde. Auch vom Sonnenschein war nichts mehr zu sehen, es war sehr nebelig, wir also in den Wolken. Hier war ich sehr froh, mir den zusätzlichen Fleece-Pullover ausgeliehen zu haben. Nach weiteren 30 Min. Wanderung erreichten wir eine Stelle, bis zu der unsere Koffer mit richtig geländegängigen Jeeps hinaufgebracht wurden.

 
 
 
 

Somit hatten wir 80% des Weges geschafft, haben uns aber unten in Antigua schon für knapp 20 EUR für den Porter-Service entschieden, der unseren Koffer bis ins Camp getragen hat. Wir hatten die gesamte Wanderung nur einen kleinen Rucksack (Day Pack genannt) mit 3 Liter Wasser und der Kleidung dabei, die man später wegen der zunehmenden Kälte benötigt. An der vorgenannten Jeep-Endstation verließen wir die dichte Bewaldung und liefen fortan etwas gemäßigter bergauf, vorbei an vereinzelten Tannen und Fichten. Man konnte zwar ab und an mal ins Tal schauen, aber den Fuego-Vulkan konnten wir leider nicht sehen, dafür aber umso besser hören.

 
 
 
 

Wie vereinbart, gab es alle 15 Min. ein dumpfes Grollen. Um 14:15 Uhr, nach insgesamt 5 Std. 15 Min. Wanderung, erreichten wir endlich das Camp auf 3.650 Metern Höhe. Leider war der Fuego weiterhin in Wolken, nur bei einem Ausbruch sahen wir die Aschewolke über dem Vulkan, den Berg selbst aber nicht. Da man ja eh nichts sah und es fürchterlich kalt war, zogen wir uns in unsere Hütte zurück, in der ich auch glatt einschlief. Zum Abendessen war ich natürlich wieder hellwach, wo sich die Wolken etwas lichteten und der Vulkan noch ein paar schöne Ausbrüche „zum Besten gab“. Einfach unglaublich, die rote Glut, die im hohen Bogen aus dem Krater schoss – so etwas hatte ich zuvor nur im TV gesehen.

 
 
 
 

Wer noch nicht ausgelastet ist, kann eine zusätzliche 4 Std. Tour näher an den Vulkan heran machen (und sah diesen Tag von dort auch nicht mehr). Wir aber schauten uns das Schauspiel vom Camp aus an und unterhielten und mit den zurückgebliebenen, die keine Sonder-Wanderung mehr benötigten. Um 22 Uhr waren wir bereits im Bett – natürlich in voller Montur, einem dicken Schlafsack und einer zusätzlichen Decke. Die ganze Nacht über wurde ich immer mal wieder von dem Grollen des nahen Vulkanausbruchs wach, öffnete die Augen und sah die Lava im hohen Bogen erst nach oben schießen und dann den Berg hinunterlaufen. Ein Schauspiel, welches man vermutlich nur einmal im Leben sieht.

 
 

     

                                                                                                                                                       

 
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