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Dort wurde uns zuerst ein Video über den Ablauf der Wanderung
gezeigt und ein paar einführende Worte (in englischer Sprache)
erzählt. Dann ging es um das Thema Ausrüstung, wo sich jeder
kostenlos zusätzliche dicke Jacken, Pullover, Mützen und Handschuhe
ausleihen konnte. Zum Glück entschied ich mich für einen
zusätzlichen Fleece-Pullover (zu meinem normalen T-Shirt, Hemd,
Pullover und Winterjacke) und lieh mir für knapp 10 EUR noch ein
paar Wanderstöcke aus. Ach ja, eine Verzichtserklärung mussten wir
auch alle noch unterschreiben. Dem folgte das gemeinsame Frühstück,
woraufhin wir um 8 Uhr mit einem Kleinbus endlich losfuhren. Und
zwar etwa 1 Std. aus Antigua Guatemala heraus, unterwegs mit
Ausblick auf verschiedenen Vulkanen bis zum kleinen Ort La Soledad. |
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Dort hatten wir weitere 30 Min. Zeit, uns auf den Aufstieg
vorzubereiten, bis es endlich mit 35 Teilnehmern auf 2.400 Meter
Höhe losging. Wie zu erwarten bergauf und das ordentlich – dafür war
aber kaum eine Wolke am Himmel, optimale Bedingungen. Die ersten 45
Min. an einem Feld entlang, wo uns noch einheimische aus dem Dorf
mit Baumaterial begegneten. Dann weiter in einen tropischen Wald
hinein, wo die (endlosen) Serpentinen begannen. Es wurde darauf Wert
gelegt, alle 30 bis 45 Min. einen kurzen Stopp einzulegen und
dadurch die Gruppe zusammen zu halten. Die Serpentinen nahmen
einfach kein Ende und die Höhe machte mir zunehmend zu schaffen. |
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Mittlerweile wurde aus dem tropischen Wald ein Nadelwald und
natürlich wurde es auch immer kälter. Man mag es kaum glauben, auch
nach 3 Std. Wanderung gab es immer noch kleine Verkaufsstände am
Wegesrand, wo man sich neben Snack und Getränken sogar mit Bier
eindecken konnte. Unglaublich, dass die Locals das alles
hinauftragen. Nach den besagten 3 Std. erreichten wir eine Lichtung,
an der ein starker Wind wehte und es zum ersten mal richtig kalt
wurde. Auch vom Sonnenschein war nichts mehr zu sehen, es war sehr
nebelig, wir also in den Wolken. Hier war ich sehr froh, mir den
zusätzlichen Fleece-Pullover ausgeliehen zu haben. Nach weiteren 30
Min. Wanderung erreichten wir eine Stelle, bis zu der unsere Koffer
mit richtig geländegängigen Jeeps hinaufgebracht wurden. |
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Somit hatten wir 80% des Weges geschafft, haben uns aber unten in
Antigua schon für knapp 20 EUR für den Porter-Service entschieden,
der unseren Koffer bis ins Camp getragen hat. Wir hatten die gesamte
Wanderung nur einen kleinen Rucksack (Day Pack genannt) mit 3 Liter
Wasser und der Kleidung dabei, die man später wegen der zunehmenden
Kälte benötigt. An der vorgenannten Jeep-Endstation verließen wir
die dichte Bewaldung und liefen fortan etwas gemäßigter bergauf,
vorbei an vereinzelten Tannen und Fichten. Man konnte zwar ab und an
mal ins Tal schauen, aber den Fuego-Vulkan konnten wir leider nicht
sehen, dafür aber umso besser hören. |
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Wie vereinbart, gab es alle 15 Min. ein dumpfes Grollen. Um 14:15
Uhr, nach insgesamt 5 Std. 15 Min. Wanderung, erreichten wir endlich
das Camp auf 3.650 Metern Höhe. Leider war der Fuego weiterhin in
Wolken, nur bei einem Ausbruch sahen wir die Aschewolke über dem
Vulkan, den Berg selbst aber nicht. Da man ja eh nichts sah und es
fürchterlich kalt war, zogen wir uns in unsere Hütte zurück, in der
ich auch glatt einschlief. Zum Abendessen war ich natürlich wieder
hellwach, wo sich die Wolken etwas lichteten und der Vulkan noch ein
paar schöne Ausbrüche „zum Besten gab“. Einfach unglaublich, die
rote Glut, die im hohen Bogen aus dem Krater schoss – so etwas hatte
ich zuvor nur im TV gesehen. |
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Wer noch nicht ausgelastet ist, kann eine
zusätzliche 4 Std. Tour näher an den Vulkan heran machen (und sah
diesen Tag von dort auch nicht mehr). Wir aber schauten uns das
Schauspiel vom Camp aus an und unterhielten und mit den
zurückgebliebenen, die keine Sonder-Wanderung mehr benötigten. Um 22
Uhr waren wir bereits im Bett – natürlich in voller Montur, einem
dicken Schlafsack und einer zusätzlichen Decke. Die ganze Nacht über
wurde ich immer mal wieder von dem Grollen des nahen Vulkanausbruchs
wach, öffnete die Augen und sah die Lava im hohen Bogen erst nach
oben schießen und dann den Berg hinunterlaufen. Ein Schauspiel,
welches man vermutlich nur einmal im Leben sieht. |
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