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So
stelle ich mir die Atmosphäre in einem Restaurant aus dem
Michelinführer vor. Nur das auch die Preise zivil waren. Der
Wein sogar kostenlos. Hätten wir das vorher gewusst... Ich
schaffte es, mich zu benehmen und nach einer guten Stunde fuhren
wir zur 1 km entfernten Produktionsstätte. Die 1 km lange
Auffahrt war eine gärtnerische Meisterleistung. Ich möchte nicht
wissen, wie große Heerscharen damit beschäftigt sind. Das
Anwesen ist ebenfalls am Hang gelegen, mit großer Terrasse und
Blick auf das Tal. Wir betraten das Gebäude, gelangten in die
großzügige Empfangshalle, ähnlich einem Rittersaal eingerichtet.
Ein junger Mann in Golfbekleidung kam auf uns zu und bot uns
eine Weinprobe an. Diese nahmen wir gerne an, hatten vorher
allerdings den Wunsch, eine Führung durch das Anwesen zu machen.
Diesem wurde umgehend entsprochen. Wir wurden durch ein
großes Lagergewölbe geführt, in welchem die Fässer standen.
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Es
folgten ausführliche Erklärungen, von denen mir insbesondere im
Gedächtnis geblieben ist, dass die Fässer nur einmalig zur
Lagerung genutzt werden um dann verkauft zu werden. Die folgende
Weinprobe, bei welcher uns drei verschiedene Sorten zum
Verkosten eingeschenkt wurden, kostete 60 ZAR. Ich als
Bierfreund verzichtete (schließlich konnte ich ja nicht besoffen
zurück fahren). Dazu wurden uns die Flaschenpreise der
getesteten Weine gereicht. Manche Flaschen kosten bis 600 ZAR =
60 Euro. Doro meinte, dass ihr der Wein für 2,50 Euro von Aldi
besser schmeckte, auch weil bei den Ernie Els Weinen
verschiedene Rebsorten miteinander vermischt werden. Das
Prozedere dauerte eine Stunde und da es knapp 40 Grad Celsius
warm war, fuhren wir Doro´s Eltern zum Appartement, da sie sich
am Pool ausruhen wollten. Wir fuhren zum Jonkershoek Valley. Das
heißt, wir versuchten es, denn wir schafften es, uns in
Stellenbosch zu verfahren. |
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Das
Jonkershoek Valley liegt ca. 10 km nördlich von Stellenbosch, im
Bergtal des Assegaaibosch Naturreservats. Von Stellenbosch in
Richtung Universität fahren und dann der Jonkershoek Road folgen,
sind es 15 Minuten bis zur Schranke und damit Eingang des Reservats.
Da das Reservoir nur bis 18 Uhr geöffnet ist, wir aber erst um 15
Uhr dort waren, schienen wir nicht willkommen zu sein. Der Ranger
fragte uns, was wir denn jetzt noch dort suchen würden, denn für
Wanderungen sei es zu spät und wenn wir um 18 Uhr nicht raus wären,
hätten wir Pech gehabt. Leute gibt´s... Da wir eine kurze Wanderung
machen wollten, versprachen wir, rechtzeitig zurück zu sein. Wir
erhielten eine Karte des Gebietes und hatten 80 ZAR pro Person zu
bezahlen. Eine unasphaltierte, schmale Einbahnstraße führte uns
entlang des Eerste Rivier, weiter in das Schutzgebiet und schmaler
werdende Bergtal hinein. |
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Nach 5
km, wegen des schlechten Weges meist nur mit 10 km/h gefahren (wozu
wir rechnerisch 30 Minuten benötigten), parkten wir unser Auto an
einer kleinen Einbuchung der Piste. Ein kleines Schild machte auf
den Beginn des Waderweges aufmerksam, was man aber schnell
übersehen kann. Am besten, wenn man über die (einzige) Brücke fährt,
auf dem kurz dahinter befindlichen Parkplatz anhält und 300 Meter
zurück läuft. Dort beginnt unter anderem der Wanderweg zu den
Wasserfällen, (auf Afrikaans Eerste und Tweede Waterval). Zum Ersten
sind es ca. 3,5 km und zum zweiten 8 km (jeweils hin und zurück). Da
wir es zum Zweiten bis 18 Uhr nicht geschafft hätten, mussten wir
mit dem Eerste Waterval vorlieb nehmen. Der Fußweg führte auf den
ersten 300 Metern kräftig bergan, dann weiter auf dem Rücken der
westlichen Berge entlang, mit gutem Blick auf die östlichen Berge im
Tal. |
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Scheinbar wird der Weg nicht oft gegangen, denn stellenweise war er
von hohem Gras zugewachsen. Wegen der Hitze war es eine Erlösung,
bis war auf dem letzten 1/3, uhrzeitlich bedingt, in den Bergschatten
eintraten. Nach 35 Minuten erreichten wir die (ausgeschilderte)
Abzweigung zum Ersten Wasserfall. Von dort aus läuft man direkt auf
den Fels des 1.227 Guiardian Peak zu, von welchem das Wasser
geschätzte 50 Meter hinunter fällt. Mit etwas Kletterei gelangten
wir unter den Wasserfall, was angesichts der Temperaturen
erfrischend war. 15 Minuten hielten wir uns dort auf, bis wir uns
auf den Rückweg machten. Da es hauptsächlich bergab ging, waren wir
35 Minuten später am Auto. Der Einbahnstraßen-Rundweg führte über
schlechter Piste zurück zum Parkeingang, am Kleinplaas Damm vorbei.
Da wir erneut langsam voran kamen, wurden wir von zahlreichen
Mountainbikern überholt. |
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Wir waren 30 Minuten vor
Toresschluss am Gate und wurden nicht eingeschlossen. Im Nachhinein
betrachtet, hätten wir im Assegaaibosch Naturreservat viel mehr Zeit
verbringen sollen. Ein sehr schönes Bergtal, eingerahmt in bis zu
1.500 Meter hohen Bergen. Je weiter man hinein geht, um so schmaler
wird das Tal. Leider sind die Wanderungen bis zum Talende und noch
darüber hinaus, mit 18 km etwas zu umfangreich für eilige Wanderer.
Einen Tag von morgens bis abends wäre angemessen für diese schöne
Gegend. In 15 Minuten vom Gate aus erreichten wir unser Appartement,
wo ich zur Abkühlung und um den Staub auf der Haut los zu werden, in
den Pool sprang. Danach fuhren wir in den historischen Kern von
Stellenbosch, um dort zu Abend zu essen. Am Vormittag hatten wir im
Hinterhof der Blom Street das Library Restaurant entdeckt. Dieses
hatte 2 Wochen zuvor aufgemacht, aber bis auf Kleinigkeiten war
alles perfekt. |
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Zumindest das Essen war eine Wucht.
Natürlich Straußensteak. Um 20 Uhr fuhren wir zurück zur Unterkunft und
setzten uns im Innenhof an den Pool. Das Wetterleuchten war erst ganz
weit weg, kam immer näher, bis gegen 23 Uhr ein heftiges Gewitter
unseren gemütlichen Abend beendete. |
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